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Bier & Fortune - Live at the A-Trane
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Ernst Bier & Sonny Fortune - Live at the A-Trane
INFO 5174
Spannungspotential - Sonny Fortune war schon frühzeitig beeindruckt von Charlie Parker und Sonny Rollins. Verehrt, ja beinahe vergöttert hat er bis zum heutigen Tag aber immer nur einen: John Coltrane. Dessen Album „My Favorite Things“ gab Fortune 1959 die Orientierung für den eigenen künstlerischen Weg, auf dem er Trane auch persönlich begegnete. „Ich ging nach Norden, dann traf ich ihn. Seither gehe ich nur noch nach Süden.“ So beschreibt Sonny Fortune sehr bildhaft Coltranes enormen Einfluss auf ihn. Und dieser ist in der Tat auch in jedem Ton des Live-Mitschnittes aus dem A-TRANE zu hören. Die eruptive Kraft des Tenor-Sounds von Coltrane überträgt Fortune auf das Altsaxophon, wodurch sich gleich seine ersten beiden Eigenkompositionen zu einer unglaublich intensiven Tour de Force aufschwingen. Jeder in der Band wird mitgerissen und gibt seine Energie gleichsam an die anderen weiter. In Victor Young’s Ballade „Delilah“ brilliert Fortune auf der Flöte und strotzt nur so vor Kraft. In Kenny Barron’s „Sunshower“ greift Fortune wieder zum Altsaxophon und auch die Kollegen auf der Bühne sind abermals grandios im Spiel. Und wenn zum Schluss mit „Hanging out with J.C.“ abermals Coltrane Tribut gezollt wird, findet eine künstlerische Berufung ihre Fortsetzung, deren Anfang „My Favorite Things“ war, die ihre Fortsetzung fand mit der Begegnung und kurzen Zusammenarbeit von Coltrane und Fortune, gefolgt von einem Konzert von Elvin Jones und Sonny Fortune in New York am Abend des Todes von Coltrane. 1987/88 dann die Coltrane Legacy Band mit McCoy Tyner, Elvin Jones, Reggie Workman und Sonny Fortune; wiederum 10 Jahre später, 1997, ein John Coltrane gewidmetes Konzert anlässlich des 70. Geburtstages von Elvin Jones und schließlich im Juli 2005 das einwöchige Gastspiel im Berliner A-TRANE. Dass hier nicht versucht wurde, die Besetzung des legendären Coltrane Quartetts mit Piano und Bass zu reanimieren, sondern durch den Einsatz von Hammond-Orgel und Gitarre ein eigener Band-Sound geformt wurde, in den jeder der vier „seine Stimme“ einbringt, macht diese Begegnung im eingangs formulierten Sinne äußerst spannend.
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